Damals 1849, einer Zeit, in der die Krankheit Tuberculose fast einem Todesurteil glich. Doch Sebastian Kneipp überlebte – dank seiner Wasser-Therapie. Doch wer bei Kneipp nur an das klassische Wasser-Treten denkt, der liegt falsch. Sein Gesundheitskonzept ist viel komplexer. Basis sind die sogenannten fünf Säulen:
Lebensordnung/innere Balance, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und eben das Wasser.
Die Wasser-Therapie ist der bekannteste Baustein. Sie stärkt und harmonisiert das Immunsystem sowie das vegetative Nervensystem und lässt uns die Dinge von der gelassenen Seite sehen – sie härtet Körper und Geist ab. Die Wasseranwendungen sind eine natürliche Heilmethode und erzwingen vom Körper keine Reaktion, sondern stimulieren die in ihm angelegten Fähigkeiten. Das Geheimnis der heilenden wie vorbeugenden Wirkung sind die unterschiedlichen Temperaturreize, die das Wasser auslöst. Dabei gelten 36 Grad Celsius als warm, 10 bis 12 Grad Celsius als kalt. Generell gilt die Regel: Kleine schwache Reize regen die Lebenskraft an, gut dosierte mittlere Reize kräftigen, zu kleine Reize schwächen, zu große Reize schaden. Rund 120 verschiedene Wasseranwendungen hat Kneipp erprobt; die Palette reicht von Waschungen und Güssen über das bekannte Wassertreten, Wickel, Teil- oder Ganzkörperbäder.
Ernährungs-Ratschlag nach Kneipp
Die Ernährung sollte gesund und ausgewogen sein, und mit Zeit, also nicht nebenher oder gar im Laufen zu sich genommen werden. „Zeit nehmen und genießen“ lautet die Devise. Als gesunde Lebensmittel empfiehlt Kneipp Vollwertkost, Brot aus Vollkorn, pflanzliche Produkte und frische Kost. Süße und künstliche Nahrung so wenig wie möglich.
In seinem Kräutergarten erforschte er die Heilpflanzen und ihre Wirkung. Für jede Krankheit sei mindestens ein Kraut gewachsen, ist Kneipp sicher.
Kneipp und die Bewegung
Regelmäßige Bewegung gilt nicht nur als Jungbrunnen, sondern auch als gesund. Idealerweise sollte man nach Kneipp dreimal pro Woche den Körper beanspruchen und wenigstens einmal am Tag schwitzen. Allerdings sollte man wirklich mit Spaß an die Sache herangehen, damit die Motivation bestehen bleibt.
Innere Lebensordnung
Elementar für die innere Lebensordnung ist es, regelmäßig abzuschalten und dem Körper Auszeiten gönnen. Generell solle man auf das hören, was der Körper verlange. Eine ausgewogene Abwechslung von Ruhe und Aktivität sei sinnvoll. Dabei sei die Art der Entspannung so individuell wie die Ansichten jedes Einzelnen.
Kneipp ist „in“
Das Zusammenspiel dieser fünf Elemente hat Pfarrer Sebastian Kneipp bereits im 19. Jahrhundert als ein gesundheitliches Gesamtkonzept erstellt, das bis heute seine Wirkung nicht verloren hat. Kneippen ist nach wie vor „in“.
Über 50 Kurbäder in Deutschland bieten Kneipp-Kuren an. Eine moderne Aufbereitung bietet in diesem Jahr Bad Wörishofen im Allgäu, das mit seinem „Kneipp in motion“-Programm jedes der fünf Elemente dem Kurgast mit thematisch passenden Arrangements näherbringt.
zurück