130 Millionen Euro hat das fünf Prüfstände umfassende Gebäude an der Schleißheimer Straße im Münchner Norden gekostet. Diese Investition wird sich nach Aussage von Klaus Dräger, Entwicklungsvorstand der BMW Group nach spätestens fünf Jahren amortisiert haben.
Praktisch sämtliche Klimazonen und Höhenprofile, die Fahrzeuge auf dieser Erde befahren sollen, können im EVZ simuliert werden. Bis dato mussten die Fahrzeuge im Realbetrieb in den unterschiedlichen Ländern mit den entsprechenden Landschaften und klimatischen Bedingungen in Echtzeit gefahren werden. Ein erheblicher logistischer wie auch personeller Aufwand. Und der war nicht immer zwingend gerechtfertigt. Denn manchmal schneite es nicht, wenn Schneeaufwirbelung, die in den Motorraum dringt, gemessen werden sollte. Oder es regnete mal gar nicht oder zuviel oder die Straßen hoch auf einen Berg waren aus irgendeinem Grund gesperrt.
Zudem konnten selten Daten verglichen werden, wenn zwischen den Messungen einige Monate vergangen waren. Die Wetterbedingungen lassen sich eben in einem Simulator wesentlich besser und vor allem immer gleich nachbilden. Mit drei thermischen Windkanälen, Klimawindkanal, Thermowindkanal und Umweltwindkanal sowie zwei Kammerprüfständen, Höhenkammer und Kältekammer, werden viele der wesentlich notwendigen Erprobungen vollzogen.
So kann es Tag für Tag passieren, dass es im Münchner Norden heftig stürmt und mit Schneeverwehungen zu rechnen ist. Oder dass tropischen Regenfälle die Straßen überschwemmen oder ein Kälteeinbruch mit 40 Grad minus Milbertshofen überrascht. Aber keine Angst, all das passiert im Inneren der gewaltigen Halle, abgeschirmt und mit dem Vorteil, dass ein Gutteil der benötigten Energie wieder in den Kreislauf zurückfließt. Ergo ein Doppel mit „EfficientDynamics“.
Dies beweist ein Modellrechnung von BMW: Lässt sich durch die Möglichkeiten der neuen Prüfumgebung eine BMW EfficientDynamics Maßnahme zur Einsparung von nur 0,1 Gramm CO2/km identifizieren und auf alle Neufahrzeuge applizieren, wären bereits 80% der im Jahresbetrieb des EVZ entstehenden CO2-Emissionen ausgeglichen. Zudem wird der aus der Entwicklung in die Produktion hineinfließende Schadstoffausstoß ebenfalls gesenkt.
Mit diesem Entwicklungslabor hat BMW einen weiteren Schritt in Richtung Zukunfts- und Wettbewerbssicherung gemacht. Aber nicht nur für die permanente optimierte Weiterentwicklung von Automobilen ist das EVZ ein Segen. Auch den Mitarbeitern kommt dieses Zentrum zugute. Müssen sie doch nicht mehr so häufig in eisigen Nächten im Konvoi über verschneite Pisten in Nordland fahren oder bei mehr als 50 Grad im Death Valley ihre Messungen vornehmen. (ds)
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