
Škoda Firmengeschichte
1895: Vom Fahrrad zum Motorrad
Anfang
Dezember 1895 nahmen der Mechaniker Václav Laurin und der Buchhändler Vaclav Klement in Mladá Boleslav die Produktion von Fahrrädern auf.
Wenige Jahre später, 1899 war Laurin & Klement der größte
Fahrradhersteller des Landes. Im selben Jahr begann die aufstrebende
Firma mit der Herstellung von Motorrädern, die bis nach England
exportiert wurden. Schon 1904 stellte man ein leistungsstarkes
4-Zylinder Motorrad mit 570 ccm vor. Zahlreiche internationale
Rennsiege begründeten den guten Ruf der Marke, darunter die offizielle
Weltmeisterschaft im Jahre 1905. Gleichzeitig wurden L&K Motorräder
in Deutschland in Lizenzfertigung nachgebaut
1905: Die ersten Automobile
Nach
ersten Prototypen um die Jahrhundertwende begann 1905 in Mladá Boleslav
die Fertigung von Automobilen. Das erste Auto von L&K, die
Voiturette A, war der Beginn einer wahren Produktoffensive. 1907 bot
man schon neun verschiedene Modelle an, vom kleinen V2-Zylinder PKW
über einen 4-Zylinder Rennwagen bis hin zu Transportern und Omnibussen.
Gleichzeitig wurde der erste Serien 8-Zylinder mit 4,9 Liter Hubraum
entwickelt. Die Firmengründer wandelten das Familienunternehmen in eine
Aktiengesellschaft um. Die AG wuchs zum größten Automobilhersteller im
Kaiserreich Österreich-Ungarn, die Fahrzeuge wurden in die ganze Welt
exportiert. Der Hersteller aus Mladá Boleslav stellte auf den wichtigen
Automobilausstellungen in Leipzig, Paris, Berlin und St. Petersburg
aus. Außerdem nutzten Laurin & Klement den Motorsport zur
Steigerung der Bekanntheit der Marke. Auf der ersten permanenten
Rennstrecke in Brooklands (GB) erzielte Werksfahrer Otto Hieronimus
einen Klassen-Weltrekord, feierte Erfolge beim Semmering-Rennen (A) und
dem Langstreckenrennen St.Petersburg – Moskau: wichtige Grundlagen zur
Steigerung des internationalen Ansehens.
1925: Die Fusion mit Škoda
In
den 20er Jahren war die Produktion auf zahlreiche PKW- und LKW-Typen,
Busse aber auch auf Flugzeugmotoren und landwirtschaftliche Maschinen
angewachsen. Zur Stärkung der Marktposition fusionierte das Unternehmen
1925 mit den Škoda-Werken aus Pilsen. Fahrzeuge mit 4-, 6- und
8-Zylindern entstanden unter dem neuen, gemeinsamen Firmen-Namen Škoda.
Schon 1930 wurde die Auto-Produktion im Rahmen des Škoda-Konzerns als
selbständige Automobilindustrie-Aktiengesellschaft (ASAP)
ausgegliedert. 1933 folgte mit der Entwicklung des Zentralrahmens für
den 420-Standard ein großer Schritt zur Weiterentwicklung im
Chassisbau. Damit schufen die Ingenieure in Mladá Boleslav eine
wichtige Grundlage für ein geringere Fahrzeuggewicht und damit die
Wirtschaftlichkeit der neuen Modelle.
1934:Aufschwung durch neue Modelle
Mit
den Fahrzeugtypen Popular, Rapid, Favorit und Superb schuf Škoda ab
1934 eine neue, erfolgreiche Generation von Fahrzeugen mit modernem
Zentralrohrrahmen, OHV-Motoren und verfeinerter Technik. Mit dem
Popular kam nicht nur ein wirtschaftliches Kompaktauto auf den Markt
sondern auch neuer Schwung in die Verkäufe. Mit dem tschechischen
Volks-Wagen durchbrach der Traditionshersteller erstmals die Marke von
5000 gebauten Autos einer Modellreihe. Diese Entwicklung wurde durch
den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, der das zivile Herstellungsprogramm
zum Erliegen brachte. Neben der Herstellung einzelner Waffenteile
wurden unter dem Druck der deutschen Besatzung hauptsächlich
verschiedene Arten von Kübelwagen, Geländewagen mit Allradantrieb sowie die schweren Schlepper RSO montiert.
1946: Der Neuanfang
Bei
den ersten Wahlen nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die Kommunisten
der Herrschaft. Die neuen Machthaber prägten mit ihrer Ideologie auch
die Wirtschaft. Noch im gleichen Jahr wurde das Unternehmen in Mladá
Boleslav als AZNP Škoda (Volkseigener Betrieb) verstaatlicht. Die
Entwicklung der neuen Modelle folgte aber internationalen Standards.
Mit dem Typ 1200 stellte Škoda schon 1952 den ersten PKW mit
neuartiger Ponton-Karosserie vor: ein Designmerkmal, das sich bis zum
Ende der 50er Jahre europaweit durchsetzte. Mit den PKW- und
Kombi-Modellen Octavia und der Cabrioletvariante Felicia sowie ihren
Vorgängern hatte man ab 1955 den bis dahin meistverkauften Škoda im
Programm. Mit dem Octavia TS, dessen sportlicher Motor mit
Doppelvergaseranlage schon serienmäßig 55 PS mobilisierte, konnten
viele Erfolge bei Rallyes erzielt werden. Besonders bemerkenswert ist
der sechste Platz bei der Rallye Monte-Carlo 1961 durch den jungen
Finnen Esko Keinänen. Der 1959 vorgestellte Octavia blieb als Limousine
bis 1964 im Programm, als Kombi sogar bis 1970.
1964: Meilenstein mit langer Haltbarkeit
Dem Trend der Zeit folgend, stellte Škoda die Heckmotor-Limousine
1000 MB vor. Damit verfügte der tschechische Hersteller erstmals über
ein Modell mit selbsttragender Karosserie. Der Einliter-Motor war das
modernste Aggregat seiner Klasse mit einem Motorblock, der im
patentierten Aluminium-Druckgussverfahren hergestellt wurde. 1970 wurde
mit dem 110R auch ein sportliches Modell präsentiert, das wie der
Felicia im Werk Kvasiny gebaut wurde. Daraus entwickelten die
Ingenieure das Spitzenmodell 130 RS, mit dem Werksfahrer und Privatiers
zahlreiche Siege erringen konnten. Bei der Rallye Monte-Carlo 1977
gelang ein bejubelter Klassensieg, in der
Tourenwagen-Europameisterschaft 1981 sogar der Markentitel. Da der
fortschrittliche Basismotor mit 1 Liter Hubraum
die sportlichen Gene schon in sich trug, konnte er auch als Rennmotor
überzeugen. 1968 gewann der Werksfahrer Miroslav Fousek die
osteuropäische Formel-3-Meisterschaft.
Eine Revolution in der
Modellgeschichte war die Einführung der Modellreihe Favorit im Jahre
1987. Damit gelang in Rekordzeit die Umstellung auf das moderne
Fahrzeugkonzept mit vorn eingebautem Motor, Vorderradantrieb und
kompakter Karosserie mit großer Heckklappe.
1991:Zusammenschluss mit VW
Nach
der politischen Wende 1989 nahm Škoda in Mladá Boleslav unter neuen
marktwirtschaftlichen Bedingungen die Suche nach einem starken
ausländischen Partner auf, um das Unternehmen langfristig abzusichern
und wieder international wettbewerbsfähig zu machen. Im Dezember 1990
entschied sich die tschechische Regierung für VOLKSWAGEN. Am 16. April
1991 nahm das neue Gemeinschaftsunternehmen als Škoda automobilova a.
s. seine Tätigkeit auf und wurde neben VW, Audi und Seat zur vierten
Marke des Konzerns. Seit 1991 ist auch der in Weiterstadt ansässige
deutsche Importeur ŠkodaAuto Deutschland GmbH auf dem Markt präsent
und seit 1995 hundertprozentige Tochter von Škoda Auto a.s. Von
internationaler Kooperation und neuem wirtschaftlichen Denken getragen,
setzten seitdem umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen in Management,
Marketing, Produktentwicklung sowie in den Fertigungsabläufen ein. So
konnte die Favorit/Forman Modellreihe 1994 durch den Škoda Felicia
ersetzt werden, der hinsichtlich Qualität und Styling internationalen
Maßstäben entsprach. Am 14. Februar 1995 erfolgte die Grundsteinlegung
in Mladá Boleslav für die Produktionsstätte des zukünftigen neuen
Mittelklasse-Modells Octavia.
1996: Neue Dimension mit dem Einstieg in die Mittelklasse
Ende
April 1996 konnte in Mladá Boleslav die Herstellung des einmillionsten
Škoda-Fahrzeugs seit dem fünfjährigen Bestehen des
Gemeinschaftsunternehmens gefeiert werden. Gleichzeitig erfolgte mit
dem neuen Škoda Octavia die Etablierung einer zweiten Modell-Linie und
der Aufbau einer dafür notwendigen, nach modernsten Gesichtspunkten
gestalteten Montagehalle (modulare Fabrik).
1998 produzierte Škoda
zum ersten Mal pro Jahr über 400.000 Fahrzeuge, die in 70 Länder
weltweit exportiert wurden. Dazu trug besonders das Erfolgsmodell
Octavia bei, das 1998 um eine Kombiversion und 1999 um einen 4x4
ergänzt wurde. Škoda investierte in ein neues Forschungs- und
Entwicklungszentrum und baute ein modernes Ersatzteilelager. Weitere
Investitionen in ein Motorenwerk und ein Kundenzentrum folgten. Über
seine knapp 700 Händler- und Werkstattstützpunkte konnte ŠkodaAuto
Deutschland zwischen den Jahren 1997 und 1999 die Absatzzahlen fast
verdreifachen. Mit dem neuen Fabia bewies die Marke Škoda im Jahr 2000
erneut, dass sie qualitative hochwertige, technisch anspruchsvolle und
im ansprechenden Design gestaltete Fahrzeuge baut. Der Fabia wurde
prompt mit dem Goldenen Lenkrad ausgezeichnet.
2008: Drei Baureihen, ein neuer Superb und viele Auszeichnungen
Im
März hatte der neue Škoda Superb auf dem Automobilsalon in Genf, ab
Juli bei den Škoda Partnern in Deutschland Premiere. Damit wird die
Traditionsgeschichte der Baureihe, die der tschechische Hersteller 1934
einführte, um ein neues Kapitel erweitert. Der im Jahr zuvor
präsentierte neue Škoda Fabia knüpft an die Erfolge seines Vorgängers
an. Er gewinnt das Goldene Lenkrad und die Leserwahl von auto, motor
und sport sowie mehrere weitere Auszeichnungen und Vergleichstests in
wichtigen Autozeitschriften. Außerdem bereichert seit 2006 das pfiffige
Raumwunder Škoda Roomster als vierte Baureihe die Modellpalette.
Abgerundet wird das Angebot durch das leichte Nutzfahrzeug Praktik. Der
Marktanteil ist 2007 in Deutschland auf 3,8 Prozent angestiegen.
International ist die Marke, die zu den ältesten noch produzierenden
Autoherstellern der Welt gehört, in 100 Ländern der Erde vertreten.
Weltweit beschäftigt Škoda Auto rund 29.000 Mitarbeiter, unterhält
Produktionsstätten in Tschechien, der Ukraine, in Kasachstan,
Russland, Bosnien-Herzegowina, Indien sowie in China.
Firmenprofil
Skoda Deutschland GmbH
Brunnenweg 15
64331 Weiterstadt
Tel.:
06150/133-0Fax.:
06150/133-199Web:
www.skoda.de