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Audi A6 2,8 FSI

Audi A6 2,8 FSI – Up not down

Expertentipps | 30.03.2012

Audi A6 2,8 FSI. Foto: Dietmar Stanka.
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Audi A6 2,8 FSI. Foto: Dietmar Stanka.

Alle Welt spricht vom downsizing. Motoren mit geringem Hubraum, meist mit vier Zylindern, werden über Kompressor und/oder Turbo zwangsbeatmet und leisten Erstaunliches. Aus 1,4 Litern 180 PS oder mehr, aus 2 Litern über 240 PS. Hört sich an, als ob da irgendwann mal ein Problem technischer Art auftauchen könnte. Von Dietmar Stanka

Wie gut, dass es immer noch Motoren gibt, die nach der guten alten Regel, „Hubraum ist nur durch noch mehr Hubraum zur ersetzen“, zu Werke gehen. Wir haben den A6 mit dem 2,8-Liter-V6 über die Feiertage durch den Stadtverkehr und über Autobahnen und Landstraßen bewegt und hatten dabei viel Spaß am hohen Reisekomfort.

Die Antriebssituation

2,8 Liter mit 150 kW (204 PS). Wie altbacken klingt das denn? Noch dazu aus sechs Zylindern, die in V-Form gebaut sind. Mit einer Laufruhe, die für lange Fahrten für geradezu perfekt ist. Gut, die 7,4 Liter Durchschnittsverbrauch, die Audi für den in der Basisversion 39.850 Euro teuren Neuwagen angibt, sind nur schwer zu erreichen. Etwas mehr als 10 Liter schluckte der A6 pro 100 Kilometer im Schnitt während der etwas mehr als 1.500 Testkilometer. In Anbetracht des Fahrprofils, das zu einem großen Teil aus Stadtverkehr und schnell zurückgelegten Autobahnkilometern bestand, durchaus vertretbar.

Gepaart mit der stufenlosen multitronic Automatik ist der Gleit- und Cruisefaktor mit dem Audi A6 eine glatte 10! Ein sanfter Anzug im D-Modus oder die schärfere Gangart im S-Modus – die vermeintlich wenigen 204 PS sind für die immerhin gut 1,7 Tonnen ein leichtes Spiel. Aber halt, dann werden anstatt knapp 40.000 Euro schon 42.050 Euro für den Audi A6 fällig. Der Aufpreis ist aber jeden Cent wert!

Das Innenleben

Einen Audi der neuesten Generation innen zu erleben, bedeutet gleichzeitig auch ins Schwärmen zu geraten. Die Verarbeitung hat eine Qualität erreicht, die Referenz für alle anderen Hersteller sein sollte. Die Materialien sind bereits bei den Basisausstattungen erste Sahne und die Gesamtkomposition sowie die Ergonomie absolute Spitze. Das gilt für unseren A6 natürlich ebenfalls.

Immer wieder cool ist das 3.500 Euro teure MMI Navigation plus mit MMI touch. Der 8 Zoll große Bildschirm fährt nach dem Druck auf den Starterknopf wie von Geisterhand aus der Mitte des Armaturenbretts. Herausragend die Anzeige der Umgebung im 3D-Modus von Google Earth als Satellitenbild. So, als wenn das Fahrzeug von einem Helikopter begleitet und gefilmt wird.

Praktikabel und auch für den größeren Einkauf optimal ist die umklappbare Rücksitzbank. Da passen auch mal längere Gegenstände wie eine Stehlampe in eine Limousine. Es muss also nicht immer ein Kombi oder im Falle von Audi, ein Avant sein.

Die Federung

Die Entscheidung ist eindeutig. Die luftgefederte Variante, die 1.950 Euro teure „adaptive air suspension“ darf es beim A6 gern sein. Einem Schweben gleich, glitt der A6 damit über sämtliche Unebenheiten Münchner Straßen. Und auch anderswo in Deutschland kann man ob der teilweise desaströsen Straßenzustände froh über solch ein Fahrwerk sein. Das reguläre Fahrwerk lässt sich aber auch nicht lumpen. „Audi drive select“ ist nämlich serienmäßig an Bord. Damit lassen sich die Modi „comfort“, „dynamic“ und „individual“ anwählen und das Fahrverhalten nach Geschmack anpassen.

Die Ausstattungsliste

Lang ist sie. Sehr lang. Und so können aus rund 42.000 Euro auch gerne mal 60.000 oder sogar noch mehr werden. In dieser Fahrzeugklasse sollte es denn auch Leder sein, was die Sitze kleidet oder zumindest die Alcantara-Leder-Kombination für 1.400 Euro. Und natürlich Bi-Xenon für 1.180 Euro, natürlich in Verbindung mit adaptive light inklusive gleitender Leuchtweitenregulierung für schlappe 1.840 Euro mehr. Oder gleich unser absoluter Favorit in Sachen Licht: LED Scheinwerfer, exklusiv bei Audi und das für 2.750 Euro. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen, würde aber den Rahmen sprengen. Individualisierung ist in jedem Fall groß geschrieben beim Audi A6, der Endpreis dann allerdings auch.

Fazit

Es ist definitiv ein Traumwagen für Vielfahrer. Der Audi A6 ist spätestens mit diesem Modell an der absoluten Spitze dieses Segments angekommen. Und auch der 2,8-Liter-Benziner gehört noch lange nicht aufs Rententeil. Kommt halt immer drauf an, wie und wo man unterwegs ist und wie viele Kilometer per Anno zurückgelegt werden. Für den Privatkunden ist der 2,8er in jedem Fall eine gute Wahl.

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Dietmar Stanka
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