Kernkraftwerk Biblis

Kernkraftwerk Biblis geht nicht zurück ans Netz

Bergstraße/Odenwaldkreis | 22.06.2011

Atomkraftwerk Biblis, Bild: dpa
Atomkraftwerk Biblis, Bild: dpa

Das Kernkraftwerk Biblis Block B wird nach Abschluss der Revision in der kommenden Woche nicht angefahren. Jetzt stellt sich die Frage was aus dem Biblis-Gelände wird.

Die RWE Power bestätigte, dass der Block B des Kernkraftwerks Biblis nicht wieder an das Netzt gehen werde. RWE wolle damit auch dem Wunsch der Politik Rechnung tragen: Künftig sollen die während des Moratoriums abgeschalteten Anlagen nicht mehr zur regulären Stromerzeugung eingesetzt werden.

Wieder nutzbar nach Dekontamination

Gelände von Atomkraftwerken seien nicht auf ewig verloren. Nach dem Abbau der Anlagen und vollständiger Dekontamination Jahrzehnte später sei es durchaus möglich das Areal anderweitig zu nutzen. "Das Areal kann man wieder sauber bekommen", so Mathias Steinhoff vom Öko-Institut Darmstadt.

Rückbau kann 20 Jahre dauern

Der Abbau eines Atomkraftwerks und die Freigabe des Geländes würden aber dauern, erklärte der Diplom-Biologe. "Da können 20 Jahre ins Land gehen." Untersuchungen auf Radioaktivität müssten bereits während des Rückbaus erfolgen, nicht erst danach.

Biblis ist ältester Atom-Meiler Deutschlands

Deutschland soll nach dem Willen der Bundesregierung bis 2022 aus der Atomenergie aussteigen. Die Energiewende wird kommen. Schlechte Karten also für die Atomkraftwerke. Der älteste kommerziell genutzte Meiler in Deutschland ist der Block A des Kraftwerkes im südhessischen Biblis. Er wurde 1974 in Betrieb genommen. Block B folgte zwei Jahre später. Biblis war einer der vom Moratorium zeitweise abgeschalteten Atom-Meiler.

Vorsicht statt Nachsicht

"Experten müssen den Bereich genau auf Radioaktivität und auf andere Belastungen hin untersuchen", so Steinhoff. Der Boden könne gegebenenfalls ausgebaggert und abtransportiert werden. "Nach 50 bis 100 Jahren muss in jedem Fall von einer uneingeschränkten Nutzung des Geländes ausgegangen werden, da die frühere Nutzung in Vergessenheit gerät", meint der 45-Jährige.

Rohre sind der Schwachpunkt

Die Gefahr einer radioaktiven Verseuchung sei nicht für alle Bereiche einer AKW-Anlage gleich groß. Bei Bürogebäuden sei dies eher nicht der Fall. Der Außenbereich eines Meilers könne betroffen sein, wenn dort mit radioaktiven Abfällen umgegangen wurde. Gebäude-Leckagen an den Meilern seien eher unwahrscheinlich. "Da müsste schon eine Havarie vorliegen", sagt Steinhoff. "Rohre sind allerdings ein Schwachpunkt." Hier könne schnell einmal Radioaktivität austreten.

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