Bergstraße/Odenwaldkreis | 21.07.2010

B3 wurde zur Rennstrecke
Motorengehäul, Reifengeruch und 750 Pferdestärken – was es sonst nur auf der Rennstrecke gibt, erlebten 120.000 Vettel-Fans am Sonntag vor ihrer Haustüre. Sebastian Vettel stattete seiner Heimatstadt einen rasanten Besuch ab und hatte jede Menge Formel-1-Feeling im Gepäck.
Und seine Fans aus Heppenheim und Umgebung feierten ihn ausgelassen.
Unzählige Vettel-Fan-Plakate wehten auf der Bergstraße, die einmalig zu
einer 1.000 Meter langen Rennstrecke umgebaut worden war. In die
Boxengasse mitten in Heppenheim drängten sich tausende von
Motorsportfans, um ihren berühmtesten Heppenheimer aus der Nähe zu
sehen. Aber nicht nur Formel-1-Fans kamen auf ihre Kosten: Mattias
Ekström mit seinem Audi A4 aus der DTM, Smudo, Frontman der
Fantastischen Vier im Bio Concept Car, und Chris Pfeiffer mit seiner
Stuntriding-Show waren ebenfalls zu Gast in Vettels Heimatstadt und
machten das Motorsporterlebnis für die Fans einzigartig.
Es war ein Rennsonntag, wie ihn sich Motorsportfans in ihren kühnsten
Träumen ausmalen. Eine idyllische Straße, herrliches Sommerwetter, ein
lauer Wind weht. Plötzlich rast ein Formel-1-Rennwagen mit
ohrenbetäubendem Motorlärm und qualmenden Reifen über den Asphalt. 600
kg geballte Kraft und 750 PS zum Greifen nah. Dieser Traum wurde für
120.000 Rennsportbegeisterte und treue Vettel-Fans am vergangenen
Sonntag Wirklichkeit. Vize-Weltmeister Sebastian Vettel kehrte erstmals
zurück in seine Heimatstadt und machte Heppenheim zum außergewöhnlichen
Formel-1-Stopp. Bereits am frühen Morgen hatte er die Stadtbewohner mit
einer lautstarken Fahrt rund um den Brunnen am historischen Marktplatz
geweckt.
Zehntausende Zuschauer waren frühzeitig gekommen, um sich einen Platz
in der ersten Reihe an der Rennstrecke zu ergattern. Bereits um 10 Uhr
waren die Straßen und Gassen Heppenheims dicht bevölkert und in der
Innenstadt herrschte ausgelassene Volksfeststimmung. Fans mit wehenden
Fahnen, Vettel-Caps und Fan-Plakaten prägten das sonst eher
beschauliche Stadtbild. „Wir sind sehr stolz auf Sebastian. Er ist der
berühmteste Sohn unserer Stadt und seinen heimischen Fans treu
geblieben. Das wollen wir gebührend feiern“, so ein Heppenheimer
Restaurantbesitzer. Auch offiziell erhielt Sebastian Vettel von seiner
Heimatstadt, die gemeinsam mit dem Kreis Bergstraße „Sebastian Vettel´s
Home Run“ mit viel Engagement realisierten, die höchste Ehrung: Am
Vormittag durfte er sich ins Goldene Buch der Stadt Heppenheim
eintragen.
Um 14 Uhr fiel der offizielle Startschuss für das außergewöhnliche
Rennspektakel. Chris Pfeiffer läutete die „Heppenheimer Rennsaison“ mit
einer atemberaubenden Stuntshow auf zwei Rädern ein. Danach jagte Smudo
im Bio Concept Car über den „Heppenheimring“, gefolgt von Audi A4
DTM-Pilot Mattias Ekström im Audi A4. Wo sonst Traktoren und Lastwagen
ihre Touren über die Bergstraße fahren, brachten nun Rennmaschinen den
Asphalt zum Glühen und den Motor zum Rauchen. Um kurz nach halb drei
Uhr gehörte die Rennstrecke dem Lokalmatador. Als Vettel mit seiner
Rennmaschine über heimischen Asphalt jagte, war im sonst so idyllischen
Heppenheim endgültig das Motorsport-Fieber ausgebrochen. Der smarte
„Heppenheimer Jung“, der vor seinem Run mit kessem Augenzwinkern
unzählige Autogramme an der Strecke verteilte, und seine scharfe
Rennlady waren eine hochexplosive Mischung. „Als der Wagen vorhin an
mir vorbeigerast ist, habe ich Gänsehaut bekommen. Das war ein
einmaliges Erlebnis“, meinte ein begeisterter Fan. „Bei so etwas dabei
zu sein und das direkt vor meiner Haustüre, das hätte ich nie für
möglich gehalten. Da hat sich auch das lange Warten gelohnt.“ Wer früh
vor Ort war, war klar im Vorteil. Gegen 12 Uhr staute sich der
Fan-Verkehr vor der Ausfahrt Heppenheim bereits 16 Kilometer lang.
„Wir wollten eine einmalige Show liefern, die die Fans nie vergessen
werden“, so Mattias Ekström. „Ich glaube, das ist uns gelungen.“ Die
begeisterten Jubel-Rufe der Fans gaben ihm Recht. Am Ende waren es
nicht nur die Fans, die vor Freude jubelten. Auch Sebastian hatte
sichtlich eine Menge Spaß. Vor dem eigentlichen Run mit seinem
Rennboliden flitzte er wild mit einem KTM-Quad über die Strecke, um
möglichst vielen der jubelnden Fans ein Autogramm zu schreiben. „Das
war der Wahnsinn“, sagte Sebastian über das ganze Gesicht strahlend,
als er aus seinem Rennboliden stieg. „Danke an alle Fans für diesen
unglaublichen Tag. Ich habe schon lange davon geträumt, so einen Run zu
hause zu machen. Toll, dass ihr das ermöglicht habt.“
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