Frankfurt am Main | 18.08.2010

Lack- und Druckfarbenindustrie
Die Nachfrage nach Lacken und Druckfarben in Deutschland entwickelt sich
zunehmend positiv. Bis zum Ende des Jahres 2010 wird die Lack- und
Druckfarbenindustrie in Deutschland 2,6 Millionen Tonnen Lack, Farben,
Anstrichstoffe und Druckfarben produzieren.
Der Umsatz der Branche wird auf 6,4 Milliarden Euro steigen. Diese
Zahlen nannte der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie
(VdL) in seinem Herbstgutachten für diesen Industriezweig.
Gegenüber dem Vorjahr wird der Inlandsverbrauch von Lacken, Farben und
Druckfarben um 2,7 Prozent ansteigen. Die Umsätze werden sogar um 5,1
Prozent wachsen, damit rechnet der VdL. Der Mengenzuwachs entspricht
dabei ziemlich genau dem Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes von 2,5
Prozent in Deutschland. Insbesondere von der Automobilindustrie, der
Elektroindustrie und dem Maschinenbau geht eine hohe Nachfrage aus.
Die deutlichen Umsatzsteigerungen sind auch Ausdruck eines immensen
Kostendrucks bei den Rohstoffen für Lacke, Farben und Druckfarben. Die
überraschend schnelle Erholung der deutschen Wirtschaft und die damit
einhergehende gestiegene Nachfrage nach Halbfertigprodukten, wie
Anstrichstoffe und Druckfarben sorgen für deutliche Probleme bei der
Rohstoffversorgung. Nicht nur werden aus der Industrie immer wieder
Zeitverzögerungen und Kontingentierungen von Rohstoffen gemeldet, auch
die Preise für Lösemittel, Bindemittel und andere Lack- und
Farbenkomponenten sind im Vergleich zum Krisenjahr 2009 deutlich
angestiegen. Umfragen bei den Mitgliedsunternehmen des VdL ergaben
Steigerungen der Rohstoffkosten um mehr als zehn, bei einzelnen
Rohstoffen sogar um bis zu 25 Prozent. Die Rohstoffkosten haben für die
Lack- und Druckfarbenherstellung deshalb eine besondere Bedeutung, weil
die Hälfte der Betriebsaufwendungen auf die Rohstoffe entfällt.
Für die einzelnen Marktsegmente zeigt sich ein differenziertes Bild. Bei
Baufarben und Bautenlacken wird für das Jahr 2010 mit einem
Nachfrageplus von einem Prozent - entsprechend der Erwartungen des
Bauhauptgewerbes - gerechnet. Unter der Krise 2009 hatte dieses
Marktsegment allerdings deutlich weniger gelitten als die
Industrielacke. Bei industriell verarbeiteten Beschichtungsstoffen lagen
die Einbrüche im Krisenjahr zwischen minus zwölf Prozent bei der
Nachfrage nach Möbellacken und Mengenschrumpfungen von 38 Prozent bei
Lacken für den Maschinenbau. Der gesamte Industrielackbereich wird im
Jahr 2010 Mengenzuwächse von mehr als fünf Prozent beim Absatz von
entsprechenden Lacken verzeichnen können.
Auch der Außenhandel gewinnt wieder an Fahrt. Für den Lack- und
Farbenbereich werden für das laufende Jahr Zuwächse von einem Prozent
(Vorjahr minus 10,5 Prozent), bei den Importen Zuwächse um 3,3 Prozent
(Vorjahr minus 16, 6 Prozent) erwartet. Die Außenhandelsumsätze steigen
entsprechend an: um 3,6 Prozent beim Export und um 5,3 Prozent beim
Import.
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