Frankfurt am Main | 21.10.2011
Die Junge IG BAU mahnt im Rahmen der jüngsten Brandanschläge auf die Bahn vor einer Hysterie in der Terrorismus-Debatte. Mehr Sachlichkeit sei gefordert.
Die Junge IG BAU mahnt zu einem sachlicheren Umgang im Zusammenhang mit den Brandsätzen gegen das Bahnnetz. „Die Junge IG BAU verurteilt selbstverständlich die Brandanschläge. Wer aber bei Sachbeschädigungen von linker Seite reflexartig von Terrorismus redet, verwässert den Begriff.“ Dies sagte der IG BAU-Bundesjugendsekretär Christian Beck. „Irgendwann ist dann jeder Rechtsverstoß Terror,“ warnte der Bundesjugendsekretär der IG BAU weiter.
Dauerhafte Bedrohungen nicht vergessen
Gewalt ist für die Junge IG BAU nie eine Lösung – weder gegen Menschen, Tiere noch Sachen. Das gilt bei Übergriffen aus allen Lagern. Über die Brandsatzserie darf aber nicht vergessen werden, dass es eine dauerhafte Bedrohung von rechts gibt. „Das brutale Vorgehen von Neonazis gegen alles und jeden der anders ist, als es ihrem verblendeten Weltbild entspricht, steht viel zu selten im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte“, sagte Beck. Im Angesicht aktueller Anschläge dürfen dauerhafte Bedrohungen nicht vergessen werden.
Brandanschläge auf die Bahn: Achtung bei der Terrorismus-Debatte
„Es ist schon fast so, als hätte sich die Gesellschaft daran gewöhnt. Dabei geben sich die Neonazis bei ihren Attacken gar nicht groß mit Sachwerten ab.“ Sie würden stattdessen gleich unerbittlich auf Menschen losgehen und dabei sogar den Tod ihrer Opfer in Kauf nehmen. Seit 1990 starben so in Deutschland rund 140 Menschen durch Angriffe von Nazis.
Brandanschläge auf Zugnetz: Verfolgen von Straftaten ohne Hysterie
Straftaten – egal aus welcher Richtung - sollen und müssen aus Sicht der Jungen IG BAU verfolgt werden. Das geht aber auch, ohne Übertreibungen. „Mit hysterischen Reden über einen neuen Links-Terrorismus schafft es vielleicht der ein oder andere Hinterbänkler in die Nachrichten, geholfen ist damit aber niemanden“, sagte Beck.
Brandanschläge verursachen Millionenschäden für die Bahn
Angaben von Deutschlandradio zufolge entstanden der Bahn im Verlauf der letzten Woche durch Brandanschläge Schäden in Millionenhöhe. Den Anschlägen zum Opfer fielen Züge im Großraum Berlin. Es kam zu rund 1.800 Verspätungen. An die 150 Züge seien laut Deutschlandradio komplett ausgefallen.

Acht Prozent des Bahnstroms kommen zukünftig aus Wasserkraft. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bahnstrom-Mix steigt deutlich. [zum Artikel »]
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