Grüne Hauptstadt Europas

Frankfurt am Main: Grüne Hauptstadt Europas 2014

Frankfurt am Main | 24.10.2011


Frankfurt am Main will 2014 „grüne Hauptstadt Europas“ werden. Im Rahmen der Bewerbung in Brüssel startet die neue Homepage mit „21 Köpfen für das 21. Jahrhundert“.

80 Prozent der Frankfurterinnen und Frankfurter haben es nicht weiter als 300 Meter bis zum GrünGürtel oder bis zu einem mindestens ein Hektar großen Park. 95 Prozent nicht weiter als 300 Meter bis zur nächsten ÖPNV-Haltestelle.

Frankfurt: Bewerbung als Grüne Hauptstadt Europas

Das sind nur zwei Daten von den zwölf abgefragten Umwelt-Indikatoren, die für die Bewerbung als „Grüne Hauptstadt Europas“ ermittelt hat. Nach Stockholm, Hamburg, Vitoria-Gasteiz und Nantes strebt Frankfurt am Main die Auszeichnung für das Jahr 2014 an. Am Freitag, 14. Oktober 2011, wurde das Bewerbungs-Dossier bei der EU-Kommission eingereicht. Zugleich startet das neue Internetportal http://www.frankfurt-greencity.de/. Über das Portal soll in den nächsten Monaten die Öffentlichkeit beteiligt werden.

Strategische Weichenstellung in Frankfurt

Oberbürgermeisterin Petra Roth warb bei den Bürgerinnen und Bürgern, Firmen, Hochschulen und Verbänden um Unterstützung bei der Entwicklung Frankfurts zur „Grünen Hauptstadt Europas“. „Bei der Bewerbung geht es nicht nur um einen Ehrentitel für ein Jahr, sondern um eine strategische Weichenstellung für das 21. Jahrhundert.“ Frankfurt habe schon in vielen Bereichen bewiesen, dass sich Wachstum und Ressourcen-Verbrauch entkoppeln lassen.

Frankfurts „grüne“ Leuchtturm-Projekte

Als Beispiele nannte Roth die Pionier-Rolle bei Passivhäusern und Green Buildings. Außerdem die 500-Millionen-Euro-Investitionen der Mainova AG in erneuerbare Energien und effiziente Gaskraftwerke. Zu den Leuchtturm-Projekten gehört unter anderem die Sanierung der Heinrich-Lübke-Siedlung und des Kulturcampus Bockenheim. Damit wolle Frankfurt seine Stärken besser sichtbar machen und Modelle für andere Ballungsräume entwickeln.

Grüne Hauptstadt Europas: Vier Schwerpunkte

Die Bewerbung konzentriert sich auf vier Themenfelder. Frankfurt hatten in allen vier große Expertise und kann in Europa als Labor dienen: „Wirtschaft und Konsum“, „Nachhaltige Mobilitätskultur“, „Planen und Bauen im verdichteten Stadtraum“ und „Klima und Freiflächen“. Kaum eine andere europäische Stadt nimmt konzentriert auf so kleinem Raum so viele zentrale Funktionen wahr.  Und das bei einer so hohen Lebensqualität für die Bürgerinnen und Bürger. Wirtschaftsdezernent Markus Frank sieht die Basis zur Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte in der intelligenten Vernetzung unterschiedlicher Wissensträger aus Wirtschaft und Wissenschaft.

Ökotourismus in der grünen Hauptstadt Europas?

Mit 3,5 Millionen Übernachtungsgästen und mehr als 6 Millionen Übernachtungen jährlich sind Hotels und Gaststätten in Frankfurt ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor. Auf dem Weg zur „Grünen Hauptstadt Europas“ will Frankfurt nun gemeinsam mit der Branche Angebote für nachhaltige Kongresse einführen. Auch der Städte-Tourismus soll umweltfreundlicher gestaltet werden. „Ökotourismus liegt im Trend, wird bislang aber vor allem mit Urlaub auf dem Land in Verbindung gebracht. Wir möchten uns als Großstadt auch auf diesem Segment hervortun“, sagte Frank.

Frankfurt: Bald eine „grüne“ Millionenstadt ?

Im Verkehrsbereich kann Frankfurt mit seinem vorbildlichen ÖPNV-Angebot punkten. Aber auch mit der erfolgreichen Förderung des Radverkehrs und der Umweltzone. So wurden 800 Kilometer Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet. Anfang 2011 hatten schon fast 90 Prozent aller Kraftfahrzeuge die grüne Plakette. Und Ende des Jahres werden 97 Prozent der Busse im Stadtverkehr den EEV-Standard erfüllen: Eine Halbierung der Emissionen gegenüber der Euronorm 4.

Herausforderung Mobilität

Stadtrat Stefan Majer sieht im Themenfeld „Nachhaltige Mobilitätskultur“ jedoch noch große Herausforderungen. „Frankfurt ist ja nicht nur internationales Drehkreuz für Menschen und Waren. Wir haben auch den höchsten Pendleranteil und die höchste Arbeitsplatzdichte. Tagsüber ist Frankfurt Millionenstadt.“ Eine stadtverträgliche Gestaltung von Mobilität könne nur mit einem Verkehrsmittelmix gelingen. Er müsse sowohl Wahl-Möglichkeiten als auch Verknüpfungen verbessern, so Majer. „Wir müssen nachhaltige Mobilität immer von den Bürgerinnen und Bürgern aus denken und das heißt: von Tür zu Tür.“ Dabei sollten Mobilitätsformen, die weniger Raum verbrauchen, mehr Raum bekommen. „Es reicht nicht, die vorhandene Infrastruktur bloß effizienter zu nutzen, wir begreifen sie auch als Teil des Lebensraums Stadt.“

Frankfurt: 21 Köpfe für das 21. Jahrhundert

Welches Bild haben Sie von Frankfurt als Green City? Und was stört Sie an Frankfurt? Auf der neuen Homepage www.frankfurt-greencity.de sind in der Galerie „21 Köpfe für das 21. Jahrhundert“ Videos mit den Antworten auf diese Fragen zu sehen. Neben der Funktion als Info-Portal soll www.frankfurt-greencity.de zu einem Forum für alle Bürgerinnen und Bürger werden, die an der Gestaltung ihrer Stadt mitwirken möchten. In den nächsten Monaten können dort beispielsweise konkrete Vorschläge zur Lärmminderung gemacht werden. Über Schwerpunkte und Ziele der Bewerbung informiert auch die Broschüre „Frankfurt Green City – Frankfurt in allen Farben“, die ab morgen beim Umwelttelefon (069/212-39100) bestellt werden kann.

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