Frankfurt am Main | 30.11.2011
Die manroland-Mitarbeiter kämpfen um ihre Arbeitsplätze, Foto: Fotolia/manroland
Die manroland AG hat einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Nun müssen tausende manroland-Mitarbeiter kurz vor Weihnachten um ihre Arbeitsplätze fürchten. DIe IG Metall ruft deshalb zum Handeln auf.
Die manroland AG hat am Freitag, 24. November, beim Augsburger Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Zum vorläufigen Insolvenz-Verwalter wurde Wirtschaftsprüfer Werner Schneider, Neu-Ulm, bestellt. Die IG Metall hat deshalb nun an die Anteilseigner von manroland und die Politik appelliert. Der Weg für eine schnelle Hilfe des Druck-Maschinen-Herstellers manroland solle frei gemacht werden.
Schnelle Abhilfe für manroland und seine Mitarbeiter
„Wir brauchen eine rasche Lösung für die Fortführung des Betriebes von manroland und gleichzeitig eine industriepolitische Lösung für die Branche. Die Gesellschafter und der Bundeswirtschaftsminister müssen jetzt schnell im Interesse der Beschäftigten und Arbeitsplätze handeln“, sagte Jürgen Kerner. Kerner ist geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender von manroland. Nur mit einer Doppelstrategie könnten möglichst viele Arbeitsplätze gerettet werden, sagte der Gewerkschafter.
Doppelstrategie um Arbeitsplätze bei manroland zu retten
Kerner forderte finanzielle Unterstützung durch die Absicherung eines sogenannten Massekredits. Die dafür notwendigen Bürgschaften müssten von den bisherigen Gesellschaftern, Allianz und MAN, sowie von den Bundesländern mit manroland-Standorten rasch zur Verfügung gestellt werden. Mit der Liquidität aus diesem Kredit könnten Materialien bestellt und Lieferanten für zukünftige Aufträge bezahlt werden. Nur dadurch könne der Betrieb bei manroland fortgeführt werden.
Betrieb bei manroland muss fortgesetzt werden
Kerner forderte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler auf, umgehend einen runden Tisch für die Druckmaschinen-Branche in Deutschland einzuladen. Ziel müsse es sein, ein industriepolitisches Konzept für die gesamte Branche zu entwickeln. Sie müsse als technologisches Kernstück des deutschen Maschinenbaus gesichert werden. „Eine nachhaltige Lösung ist nur mit den beiden anderen großen Druckmaschinen-Herstellern gemeinsam möglich“, betonte Kerner. Andernfalls drohe die Zerschlagung von manroland. Und damit der Ausverkauf eines Traditionsunternehmens. Mit manroland würden tausende Arbeitsplätze verloren gehen.
Mitarbeiter erhalten Insolvenz-Ausfallgeld
Die Zahlung der Gehälter der rund 6.500 Beschäftigten für einen Gesamtzeitraum von drei Monaten während des vorläufigen Insolvenz-Verfahrens ist durch das Insolvenz-Ausfallgeld gedeckt. Mitarbeiter, die bisher von Kurzarbeit betroffen waren, werden mit dem Beginn des vorläufigen Insolvenz-Verfahrens wieder in Vollzeit beschäftigt. Insolvenz-Verwalter Werner Schneider wird in der kommenden Zeit eng mit dem Generalbevollmächtigten, Rechtsanwalt Frank Kebekus zusammenarbeiten und die Sanierungs-Bemühungen in die Wege leiten.
Weitere Informationen unter www.schneidergeiwitz.de