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Ausgezeichnet: Das Like Offenbach / OFlovesU Team erhält den Titel „Kultur- und Kreativpiloten Deutschland 2011"

Stadt/LK Offenbach am Main | 15.11.2011

Foto: OFlovesU
Foto: OFlovesU

Stadtführungen gibt es viele. Aber nur der Macher der Stadttouren durch Offenbach, Loimi Brautmann, wurde jetzt in Berlin durch den Staatsminister und Beauftragten für Kultur und Medien, Bernd Neumann, sowie den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Hans-Joachim Otto, mit dem Titel „Kultur – und Kreativpiloten Deutschland 2011“ ausgezeichnet. Insgesamt erhalten 32 innovative Geschäftsideen die Auszeichnung, die mit speziellen Coachings und Networks in den nächsten Monaten verbunden ist.

Vor knapp zwei Jahren entwickelte Loimi Brautmann, Student an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung, im Rahmen des Projektes „If I can do it here, I can do it everywhere“ bei Prof. Heiner Blum die ersten Touren durch Offenbach. Dabei geht es dem Studenten darum, das Leben in der Stadt jenseits der klassischen Postkartenmotive zu vermitteln. Nicht Klassizismus, Jugendstil oder Gründerzeit, sondern die urbane Vielfalt in den Hinterhöfen, Nischen und unterschiedlichen Milieus steht im Mittelpunkt seiner Touren.

„Unmöglich mögliche Symbiosen“ sind dabei entstanden und vom Initiator der Touren unbedingt erwünscht: „Wenn die Handkäs-Händlerin vom Wochenmarkt mit dem Studenten während einer geführten Tour durch die Klubs der Stadt bei türkischer Live-Musik beim kurdischen Wirt einkehrt,

ist dies mehr als nur ein gelungener Brückenschlag“, erklärt Brautmann sein Projekt. Hinzu komme, dass er in Offenbach seinen „Playground“ gefunden habe: die Stadt ist im Umbruch, steckt nicht nur architektonisch voller Gegensätze und ist Heimat für viele Nationen und Kulturen. „Den eigenen Charakter der Stadt herauskitzeln und offen für Entdeckungen sein“, beschreibt er seine Herangehensweise.

Aus seinen Beobachtungen entstanden Touren, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen: „Wer bleibt wach, wenn alle schlafen?“, „Design from the Backyard“, eine „Reli Ralley“ oder die inzwischen schon legendäre „Esskultur-Tour“, bei der die Besucher allerlei kulinarische Entdeckungen machen können. Von der türkischen Hinterhofbäckerei, der kleinen italienischen Käserei, dem polnischen Nachtclub, der Moschee, der Ausnüchterungszelle der Polizei oder den Modelabels in der Heyne-Fabrik – unter der Dachmarke „OFlovesU“ führen Loimi Brautmann und sein Team tief in die feinsten Verästelungen der Stadt.

Eine andere Art des Stadtmarketings: nach einer ersten Testphase nahm das Amt für Öffentlichkeitsarbeit die ungewöhnlichen Touren bereits Anfang 2010 in das offizielle Programm auf. Gemeinsam mit dem Leiter des Amtes für Öffentlichkeit Offenbach am Main, Mathias Müller, entwickelte Loimi Brautmann die Touren bis zum heutigen Stand.

Die Touren sind ein Konzept von Loimi Brautmann, sein Arbeitsfeld sind Projekte an der Schnittstelle von Medien, Gesellschaft und Stadt. Hier entstanden in den letzten Monaten die Stadtführungen OFlovesU begleitende Projekte wie die Community-web-Plattform „Like Offenbach“ mit einer eigenen Präsenz in den sozialen Netzwerken.

Eine starke Rolle spielen dabei auch Elemente aus dem Design: so sind in den vergangenen Monaten Sticker, Taschen und Postkarten – eben die Marke „Like Offenbach“ entstanden. „Alleine in 2010 wurden tausend OFlovesU-Jutebeutel verkauft“, berichtet Marina Kampka. Und Designerin Briggi Holtermann, die wie die HfG-Studentin zum Team um Loimi Brautmann gehört, ergänzt: „Es ist toll, dass die eigene Stadt als Alltagsgegenstand stolz auf der Schulter getragen wird“.

Inzwischen ist die temporäre Nutzung von Räumen zu den Aktivitäten des Teams gekommen: anlässlich des Architektursommers Rhein-Main hatte die Projektleitung von „Besser leben in Offenbach“, einer gemeinsamen Kampagne der Stadt Offenbach und der Stadtwerke Offenbach Holding, die Räume der ehemaligen Bäckerei im Hauptbahnhof zunächst bis Ende September angemietet. Unter dem Namen „Achtzehn:52“ hat Loimi Brautmann diese „Feierabend-Lounge“ seitdem zum Treffpunkt gemacht. Das Programm überzeugte und somit wurde die Fortführung des Projektes bis Ende des Jahres beschlossen.

Im kommenden Jahr will das Team die Projekte weiter ausbauen und etablieren, schließlich gibt es noch eine Menge Dinge in der Stadt neu zu entdecken.

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