Stadt/LK Offenbach am Main | 03.09.2009
– jedenfalls dann, wenn man es in Weiterbildung investiert.
Diese These vertritt der Bildungsunternehmer Oliver Horn, Geschäftsführer der Privaten Berufsakademie Hartnack-Schule GmbH sowie des Schulungszentrum Hartnack-Schule Offenbach GmbH.
Hier seine Gedanken: Sehr viele Menschen, wahrscheinlich die Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung, schätzt den persönlichen Wert von Weiterbildung immer noch eher gering ein. Dabei wird übersehen, dass private Investition in Weiterbildung durchaus ein lohnendes Geschäft ist: Bessere Qualifikation heißt höheres Gehalt und bessere Entwicklungschancen auf einem. Arbeitsmarkt, der immer unsicherer und unkalkulierbarer wird.
Eine Beispielrechnung: Ein Einzelhandelskaufmann mit 34 Jahren verdient als Angestellter im Durchschnitt 25.000 Euro, als Abteilungsleiter 27.000 Euro. Nach einer Weiterbildung zum Handelsfachwirt verdient er im Durchschnitt 35.000 Euro. Durch die (Vollzeit-)Weiterbildung, die ihn einschließlich Lohnverzicht und Nebenkosten ca. 8000 Euro kostet, verdient er jährlich 8000 bis 10.000 Euro mehr. Investiert er dagegen 8000 Euro in eine Kapitalanlage, braucht es über 20 Jahre, bis er über Zins und Zinseszins 8000 Euro erwirtschaftet hat. Bereits nach dem ersten Jahr hat er also durch den höheren Bruttoverdienst die Kosten der Weiterbildung kompensiert, und im zweiten Jahr beginnt die Gewinnzone. Es gibt also für viele Menschen keine bessere Sparanlage als in die eigene Weiterbildung zu investieren. Mit der Haltung, für Weiterbildung seien nur Andere verantwortlich, der Staat, die Arbeitgeber, kommt man letztlich nicht weiter. Und auch die Argumente: keine Zeit, kein Geld, sind oft fadenscheinig. Jeder und Jede sollte am Beispiel der eben gezeigten Rechnung einmal für sich selbst entsprechende Überlegungen anstellen, dann macht es vielleicht ganz plötzlich „klick“. Und auch das Argument, man habe kein Geld, fällt plötzlich über die Tischkante. Wenn man zum Beispiel täglich zwei Schachteln Zigaretten raucht, sind das im Monat auch 300 Euro, die man auch für die eigene Weiter - bildung ansparen kann. Das gleiche gilt für jeden anderen Konsumgenuss.
Die Chance, dass Andere in Ihre Weiterbildung investieren, ist eher gering. Gerade darum sollte man sich nicht in der Rolle von Empfängern von Weiterbildung sehen. Wartet man etwa, dass der Arbeitgeber in die eigene Weiterbildung investiert, so wartet man im Regelfall vergebens. Betriebe erwarten möglichst hohe Produktivitätsgewinne aus ihrer Investition. Entsprechend werden nur die Arbeitnehmer gefördert, die von vornherein eine gebührende Rendite versprechen. Dies sind die eh schon qualifizierten Beschäftigten und das mittlere Management.
Arbeitnehmer sollten sich also fragen: Will das Unternehmen Weiterbildung? Oder will ich Weiterbildung? Eines sollte auf jeden Fall klar sein: Ich will selbst etwas tun – für mich! Ob mein Arbeitgeber mich unterstützt, sollte nachrangig sein.