Stadt/LK Offenbach am Main | 17.08.2010
MAN Roland
Eine dreißigköpfige Gruppe war neugierig auf Druck: Sie besuchte
manroland in Offenbach zum Hessischen Industriekulturtag. Eine
Einführung ins Druckhandwerk, die Besichtigung verschiedener Bereiche
und die Vorführung alter Druckpressen lieferten spannende Einblicke.
Bereits 1871 begründete sich die Druckindustrie am manroland-Standort Offenbach.
Seitdem ist der Druckmaschinenhersteller ein wichtiges und die
Stadtkultur prägendes Unternehmen. Druckprodukte stehen für kulturell
herausragende Werte wie Meinungsfreiheit, Literatur und Kunst. Dr.
Markus Rall, Vorstand für den Bogendruckbereich, weiß um Traditionen:
"Zum 200. Geburtstag von Alois Senefelder, dem Erfinder der Lithografie,
wurde 1971 hier in Offenbach unter der Ägide von manroland die Internationale Senefelder-Stiftung gegründet.
Sie soll das Andenken an den genialen Erfinder wahren, junge Künstler
und Techniker fördern, Dokumente, Gegenstände und Lithografien sammeln
sowie Ausstellungen durchführen oder unterstützen, die der Technik der
Lithografie und ihrer Weiterentwicklung dienen. Das ist uns eine Freude,
eine Berufung und ein hoher Wert."
Drucksysteme gestern und heute
Um ein Gefühl für die Errungenschaften im Druck zu bekommen, statteten
die Gäste der Schnellpresse Albatros, erstmals 1875 ausgeliefert, einen
Besuch ab.
Danach ging es ins Ausbildungszentrum zur Parva, sie war in den 50er-
und 60er- Jahren eine der meistverkauften Druckmaschinen von manroland.
Im Print Technology Center, dem Vorführcenter von manroland, lernten die
Besucher dann die ROLAND 700 DirectDrive kennen, eine revolutionäre
High-Tech-Druckmaschine.
Das Prinzip ist das gleiche wie früher: Am Anleger kommt ein Stapel
weißes Papier rein, am Ausleger kommt bedrucktes Papier raus. In der
Produktion dazwischen ist allerdings bei Schnelligkeit, Qualität und
Vielfalt der Druckerzeugnisse nichts mehr, wie es war. Früher druckte
die Parva 6.000 Bogen pro Stunde zweifarbig, heute produziert eine
ROLAND 700 mit bis zu zwölf Farben bis zu 18.000 Druckbogen pro Stunde.
Die Tage der Industriekultur fanden vom 10. bis 15. August statt. Mit
Führungen vor Ort werden Bauwerke der produzierenden Gewerbe und ihre
Infrastruktur zugänglich gemacht. Die Besucherinnen und Besucher können
die regionalen industriegeschichtlichen Zusammenhänge an konkreten
Beispielen erleben.
Über 150 Objekte in 34 Städten und Gemeinden in Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern sind bereits für diese Route identifiziert.