Zukunft mit 50 plus

Alt und Jung rücken zusammen

LK Groß-Gerau | 18.06.2010

Sebastian Köster
Sebastian Köster, Heim- und Pflegedienstleiter im Seniorenhaus Dornheim, Groß-Gerau

„Ohne ältere Mitarbeiter wird es zukünftig nicht mehr gehen“, sagt Sebastian Köster, Heim- und Pflegedienstleiter im Seniorenhaus Dornheim, Groß-Gerau. Dabei sind es beileibe nicht nur demographischer Wandel oder Pflegenotstand, die ihn in dieser Meinung bestärken. „Wir halten es für wichtig, mit unseren Beschäftigten einen Querschnitt durch die Altersschichten in unserem Haus zu haben“, sagt er.

Für ältere MitarbeiterInnen sprechen laut Köster wichtige Faktoren. Zum einen der Erfahrungsvorsprung - Ältere wirken seiner Erfahrung nach fachlich und menschlich oft ausgleichend gegenüber Kunden wie auch Kolleginnen. Dazu kommt die höhere Flexibilität - Ältere definieren sich oft weniger über Freizeit oder Familie, sondern stärker über ihre Arbeit. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für Köster die größere Nachhaltigkeit - Ältere ziehen Kontinuität ständiger Veränderung vor und bleiben dem Betrieb länger erhalten.

 

 

„Insgesamt stellen wir fest, dass ältere Mitarbeiter häufig auch die bessere Arbeitseinstellung aufweisen“, sagt er. „So klassische Tugenden wie gute Umgangsformen, Zuverlässigkeit oder Pünktlichkeit sind für unsere Heimbewohner besonders wichtig. Und für mich als Leitung ist es dann um so leichter, Verantwortung abzugeben“, so Köster.

 

Entsprechend schaut man in Groß-Gerau bei der Mitarbeitergewinnung weniger auf das Alter der Bewerber als auf die Motivation und Qualifikation. So wurde 2009 eine ausgebildete Krankenschwester eingestellt, die mit ihren 55 Jahren fast 20 Jahre ihres Berufslebens nicht mehr in ihrem angestammten Beruf gearbeitet hatte. Sebastian Köster: „Sie hat mich überzeugt – weil Sie in unser Team passt und arbeiten will“.

 

Unterstützt wurde der Betrieb dabei vom Beschäftigungspakt Chance 50 plus, der im Kreis Groß-Gerau ältere langzeitarbeitslose Menschen 50 plus für den Arbeitsmarkt aktiviert. Entsprechend dieser Unterstützung war das Seniorenheim Dornheim in der Lage, der neu eingestellten Krankenschwester eine anspruchsvolle Weiterbildung zu ermöglichen.

 

„Seit wir 2008 in den Beschäftigungspakt Chance 50 plus eingestiegen sind, haben wir in Kooperation mit der regionalen Wirtschaft insgesamt 530 Menschen 50 plus (darunter 125 in Mini-Jobs) in den ersten Arbeitsmarkt integrieren können“, sagt Ilka Arndt, Teamleiterin Chance 50 plus im Jobcenter Rüsselsheim. „Und das sind Zahlen, die wir selbst so nicht erwartet hatten.“

 

Von Bedeutung ist dabei insbesondere der Arbeitgeberservice der Teams Chance 50 plus. Durch ihre Betriebsbesuche bei den Unternehmen vor Ort kennen die Mitarbeiter des Arbeitgeberservices die Anforderungen der Betriebe und können diese mit dem Bewerberpool der Chance 50 plus Teams abstimmen. Entsprechend schicken die Teams den Betrieben keine Zählkandidaten, sondern Bewerber, die zum Stellenprofil passen.


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