LK Groß-Gerau | 21.11.2011
Bis Ende 2013 könnte es für die Bürgerinnen und Bürger und die Unternehmen im Kreis klappen: Flächendeckend schnelle Internet-Verbindungen könnten Realität werden.
Voraussetzung für flächendeckendes Breitband, so Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer, sei die Gründung einer Gesellschaft. Diese müsste für interessierte Städte und Gemeinden den notwendigen Ausbau der bestehenden Netze übernehmen.
Kreiseinheitliche Lösung für Breitband-Internet
„Wir sind hier mit allen Kreiskommunen im Gespräch und haben auch gegenüber dem Land Hessen unser Interesse an einer solchen kreiseinheitlichen Lösung angemeldet“, betonte Astheimer. „Auf diese Weise könnten alle Kreiskommunen in absehbarer Zeit und zu vertretbaren Kosten zu einer stark verbesserten Breitband-Versorgung kommen.“ Die geplante Gesellschaft könne den Ausbau dann mit Krediten finanzieren. Diese wären über eine Landesbürgschaft abgesichert. Die Ausgaben wiederum ließen sich durch die Einnahmen aus dem späteren Netzbetrieb refinanzieren: „Der Kreishaushalt wird nicht mit den Kosten für den Netzausbau belastet!“ Jetzt warte man dringend darauf, dass die Landesregierung die Rahmenbedingungen für die Vergabe der Bürgschaften festlegt. Eines stehe freilich schon fest: „Für einzelne Kommunen wird es mit wenigen Ausnahmen künftig keine Fördermöglichkeiten mehr geben!“
Einzelaktionen oder gemeinschaftlich handeln?
Vor allem für die Kommunen in der Mitte und im Süden des Kreises wäre die Zusammenarbeit die beste Möglichkeit. So könnten auch sie schnelles Internet erhalten. Denn es gibt aktuell im Kreis ein deutliches Nord-Süd-Gefälle bezüglich der Qualität der Breitband-Versorgung. So planen Rüsselsheim und Raunheim bereits eigene Aktivitäten. Für Ginsheim-Gustavsburg, Bischofsheim, Kelsterbach und Mörfelden-Walldorf gibt es sowohl die Möglichkeit, sich an ein kreiseigenes Netz anzuschließen, als auch die, eigene Vorhaben zu verwirklichen. Grund ist die günstige Verkehrslage dieser Orte.
Handlungsbedarf in Groß-Gerau
Grundsätzlich besteht aber im gesamten Kreis Handlungsbedarf. Die Breitband-Versorgung ist im Kreis Groß-Gerau – gemessen an anderen hessischen Kreisen – durchaus gut. Sie wird jedoch den zukünftigen Anforderungen nicht gerecht werden können. Und ein flächendeckender Ausbau in hoher Qualität ist für die Anbieter von Internet-Diensten unwirtschaftlich. Daher ist dieser auch nicht erfolgt.
Studie zeigt Qualitäts-Unterschiede in Groß-Gerau auf
Deshalb, so Walter Astheimer, habe man sich dieses Themas frühzeitig angenommen. Anfang diesen Jahres wurde eine Fachfirma mit der Durchführung einer Studie beauftragt. Diese sollte den Ist-Zustand dokumentieren und Möglichkeiten für den kreisweiten Netz-Ausbau aufzeigen. „Schließlich handelt es sich hier um eine zentrale Voraussetzung für die Sicherung unseres Wirtschaftsstandorts!“, betonte der Erste Kreisbeigeordnete.
Verbesserung der Breitband-Versorgungslage
Die Untersuchung, die mittlerweile auch den Kreistagsabgeordneten vorliegt, stellt zum einen die aktuelle Versorgungslage dar. Zudem vorhandene Infrastrukturen und bestehende Defizite. Darüber hinaus skizziert die Untersuchung auch eine Grobplanung des erforderlichen Ausbaus. Sie entwickelt eine Umsetzungsstrategie für eine nachhaltige Verbesserung der Versorgungslage. Und das sowohl für private Haushalte als auch für Gewerbegebiete. Eingeflossen sind hierbei unter anderem Erkenntnisse, die sich aus Gesprächen mit allen Kommunen ergeben haben.
Groß-Gerau rechnet mit positiver Entwicklung
„Wir haben jetzt eine gute Grundlage, um unsere Bemühungen für ein schnelles Internet im ganzen Kreis mit Nachdruck voranzutreiben“, so Walter Astheimer abschließend: „Wenn Kreis, Städte und Gemeinden jetzt schnell und gemeinsam handeln, werden wir bald zu positiven Ergebnissen kommen!“

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