3 Fragen

3 Fragen an die Brüder Peter und Stefan Jökel

Main-Kinzig-Kreis | 03.03.2010


Die Bauunternehmung Jökel mit Sitz in Schlüchtern ist ein Familienunternehmen mit einer 123-jährigen Tradition. Es wird in der fünften Generation von den Brüdern Peter und Stefan Jökel geleitet. Das Unternehmen beschäftigt 100 Mitarbeiter und setzte 2009 36 Millionen Euro um. 3 Fragen an die Brüder Peter und Stefan Jökel:

Wo liegen im laufenden Jahr 2010 die Schwerpunkte Ihrer Aktivitäten mit welchen Anteilen an Ihrem Gesamtumsatz?

 

An erster Stelle liegt da der Gewerbe- und Industriebau mit einem Anteil von 32 Prozent, gefolgt vom Schlüsselfertigen Wohn- und Objektbau mit 25 Prozent sowie dem Hoch- und Rohbau mit 16 Prozent. Schlüsselfertige Einfamilienhäuser ergeben 12 Prozent. Der Tief- und Straßenbau bringt es auf 10 Prozent und die Umwelttechnik auf 5 Prozent.

 

Dabei betreuen wir alle Projekte von der Beratung und Planung über die Koordination der Baudurchführung bis hin zur Übergabe und bleiben auch nach Abschluss aller Aufgaben jederzeit Ansprechpartner für unsere Kunden. Die Steuerung aller Bauprozesse sowie die unseres Qualitäts-Management-Systems wird durch die Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001:2000 garantiert.

 

 

Gibt es bestimmte Marktsegmente, die Sie aus Ihrer Sicht und Interessenslage heraus gerne verstärkt in Angriff nehmen würden?

 

Ja, eindeutig im Bereich „Bauen im Bestand“, weil wir der Überzeugung sind, dass die größten Chancen gegenwärtig in diesem Marktsegment liegen. Denn alle Gebäude beispielsweise, die jetzt älter als 20 oder 30 Jahre sind, bedürfen der Erneuerung unterschiedlichster Art und differenzierten Umfangs. Ganz zu schweigen von den Altbauten, die noch aus der Nachkriegszeit stammen. Hier besteht ein enormer Investitionsbedarf. Darüber hinaus haben wir uns – damit eng verbunden – für die nächsten drei Jahre vor allem zwei Schwerpunktthemen auf die Fahne geschrieben. Wir werden das Geschäftsfeld „Energetisches Bauen“ sowohl im Neubau als auch im Bestand konsequent ausbauen und uns dem sinnvollen Umgang mit Ressourcen intensiv widmen.

 

 

Das vergangene Jahr ist ja auch an Ihrer Bauunternehmung nicht spurlos vorübergegangen. Wie steuern Sie gegen bzw. von welcher Seite erwarten Sie Hilfe für die Bauindustrie?

 

 

Das Baugewerbe ist ja nicht erst seit der jüngsten Krise gebeutelt. Man denke nur an die Streichung der Eigenheimzulage. Oder die sogenannte Wohn-Riester, die bisher gar nichts bewirkt. Aber auch die von der Regierung initiierten Konjunkturspritzen kommen bei uns nicht an. Wir verlassen uns – wie schon in der Vergangenheit – auf unsere Kompetenz und langjährige Erfahrung und bauen beides systematisch aus. Unser sehr gezieltes und seit Jahren gepflegtes Stammkunden- und Empfehlungsmanagement ist dabei eine der wichtigsten Säulen unserer Unternehmensphilosophie. Und geholfen hat uns zudem immer wieder unsere Diversifizierung. Denn im Interesse einer konsequenten Risikominimierung haben wir unser Leistungsspektrum sehr breit gestreut und decken weite Bereiche im Hoch-, Tief- und Schlüsselfertigbau ab. Mit dieser Strategie können wir immer wieder wirtschaftliche Schwankungen ausgleichen. Und auf diese Weise bewahren wir uns nicht zuletzt auch eine sehr weit gehende Unabhängigkeit von den Banken. Das ist in Zeiten wie diesen von unschätzbarem Wert.

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