Main-Kinzig-Kreis | 13.06.2011
Den Ermittlern gelang auf der Suche nach der EHEC-Quelle offenbar ein wichtiger Schritt: Tomaten, Gurken und Salat werden ausgeschlossen, die Suche konzentriert sich auf die Sprossen.
Nach einigen Fehlschlägen hat sich die Spur zum Biohof im niedersächsischen Bienenbüttel offenbar als richtig erwiesen. Der gefährliche EHEC-Erreger vom Typ O104:H4 wurde laut Spiegel Online auf Sprossen aus dieser Quelle nachgewiesen. Der Hof belieferte unter anderem ein Hotel und ein Restaurant in Nord-Deutschland mit EHEC-kontaminierten Sprossen. Die Erkrankungen dort häuften sich.
RKI: „Es sind die Sprossen“
Das Robert-Koch-Institut (RKI) stellte die Ergebnisse zu den jüngsten EHEC-Untersuchungen auf einer Pressekonferenz vor. Gäste, die in ihrem Menü Sprossen zu sich genommen hatten, erkrankten mit neunmal höherer Wahrscheinlichkeit an EHEC. Dies führte Reinhard Burger, Präsident des RKI, zum logischen Schluss: „Es sind die Sprossen“.
EHEC-Entwarnung für Gurken, Salat und Tomaten
Gleichzeitig hob das Robert-Koch-Institut die bis Freitag gültige EHEC-Warnung vor Tomaten, Gurken und Blattsalat auf. Sprossen hatten, so die Süddeutsche Zeitung, bereits 1996 eine EHEC-Epidemie in Japan ausgelöst, wo fast 10.000 Menschen an EHEC erkrankten.
Sprossen schwer als EHEC-Quell zu identifizieren
Dass die endgültige Festlegung auf Sprossen als Krankheitskeim so lange dauerte, führen Experten im Wesentlichen auf drei Punkte zurück. Aufgrund komplexer Lieferketten ließe sich die EHEC-Quelle sehr schwer nachvollziehen. Der grassierende EHEC-Erreger ist zudem eine bislang höchst seltene Mutation. Am schwersten wog jedoch, dass die EHEC-Ermittler methodisch mit Befragungen der Erkrankten vorgingen. Gerade Sprossen, als kleiner Teil des Salattellers, werden dabei jedoch gern übersehen. Zumal EHEC eine Inkubationszeit von bis zu zehn Tagen aufweist – Details wie Sprossen auf einem Salatteller werden da, so die Süddeutsche Zeitung weiter, gerne übersehen.
EHEC-Infektionen rückläufig
In der ZDF-Talkshow Maybritt Illner stellte Gesundheitsminister Daniel Bahr vergangene Woche zudem ein baldiges Ende der EHEC-Epidemie in Aussicht. Die Zahlen der neuen EHEC-Infektionen seien rückläufig, dies sei „Anlass für berechtigten Optimismus“.
Bahr und Aigner räumen Fehler ein
Zudem räumte Bahr an gleicher Stelle Fehler in der Krisen-Kommunikation im Fall EHEC ein. Ins gleiche Horn stieß auch Verbaucherministerin Aigner. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt kündigte Aigner nach Überstehen der EHEC-Epidemie eine „Manöverkritik“ an. Gerade die Frage, „wie man künftig in ähnlichen Fällen nach außen spricht“ sei zu klären.

Die EHEC-Epidemie fordert viele Opfer. Besonders betroffen sind Gemüsebauern, die mit massiven Absatzproblemen zu kämpfen haben. [zum Artikel »]

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