Kreiswerke Main-Kinzig

Kreiswerke wälzen Kosten nicht auf Kunden ab

Main-Kinzig-Kreis | 14.11.2011

Symbolbild Grüner Strom, Foto: Fotolia
Symbolbild Grüner Strom, Foto: Fotolia

Die Kreiswerke Main-Kinzig werden die gestiegene Erneuerbare-Energien-Umlage nicht an die Kunden weitergeben und stattdessen die Kosten im eigenen Unternehmen auffangen.

Die Kreiswerke Main-Kinzig werden die gestiegene Erneuerbare-Energien-Umlage in diesem Jahr nicht an die Kunden weitergeben. Dies verkündete Landrat und Aufsichtsrats-Vorsitzender Erich Pipa gemeinsam mit Kreiswerke-Geschäftsführer Bernd Schneider. Zudem erweitern die Kreiswerke ihr Geschäftsfeld um die Sparte Gas.

Kreiswerke Main-Kinzig: Kosten werden nicht auf Kunden abgewälzt

„Wir haben uns dafür entschieden, die in diesem Jahr leicht angehobene Erneuerbare- Energien-Umlage nicht an die Kunden weiterzugeben, sondern die Kosten im eigenen Unternehmen aufzufangen", erläuterte Bernd Schneider die Entscheidung. „Als kommunaler Energieversorger setzen wir auf die Partnerschaft zwischen dem Unternehmen und den Kunden", hob Erich Pipa als Aufsichtsrats-Vorsitzender hervor.

Strompreis-Anpassungen dennoch unumgänglich

Diese Entscheidung führt dazu, dass zum jetzigen Zeitpunkt keine Anhebung des Strompreises im eigenen Netzgebiet geplant ist. Dennoch sei eine Strompreis-Anpassung außerhalb des Netzgebietes unumgänglich, grenzte Schneider ein. Grund: Die Netznutzungsentgelte seien für das kommende Jahr von vielen Netzbetreibern so stark angehoben worden, dass die Kreiswerke ebenso wie bei allen Preisgarantie-Kunden eine Anpassung vornehmen müssten.

Neues Gesetz, neue Belastungen

Außerdem habe die Bundesregierung in Berlin ein Gesetz verabschiedet, das derzeit bei allen Stromversorgern für Unruhe sorge, betonte der Geschäftsführer. Das Gesetz sieht vor, von allen Privathaushalten sowie Gewerbe- und Industriekunden eine neue, zusätzliche Umlage zu erheben: Die sogenannte Ausgleichsumlage. Diese soll voraussichtlich zum 1. Januar 2012 starten und deutschlandweit gelten. Ähnlich wie die Kraft-Wärme-Kopplungs-Umlage. „Allerdings kann zum aktuellen Zeitpunkt niemand, keine Behörde und auch kein Übertragungsnetz-Betreiber, die wirkliche Höhe der Umlage beziffern", erläuterte Bernd Schneider. Im Raum stünden Zahlenwerte zwischen 0,1 bis 0,7 Cent pro Kilowattstunde. Dies würde umgerechnet auf einen typischen Haushalts-Stromverbrauch von jährlich 4.000 Kilowattstunden eine finanzielle Mehrbelastung von 4,76 Euro bis 33,32 Euro (brutto) pro Jahr bedeuten.

Kreiswerke Main-Kinzig setzen auf Gas

Als weiteres Ergebnis der Aufsichtsratssitzung werden die Kreiswerke Main-Kinzig ihr Geschäftsfeld erweitern. Ab Januar 2012 bietet das kommunale Unternehmen seinen Kunden auch Gas an. Schneider begründete den Entschluss mit dem Bestreben, den Kunden die bestmögliche Versorgung aus einer Hand anbieten zu können. „Als heimischer Versorger bieten wir den Bürgerinnen und Bürgern im Main-Kinzig-Kreis Strom und in weiten Teilen auch Trinkwasser an. Da ist die Möglichkeit, Gas anzubieten, der nächste und logische Schritt." Landrat und Aufsichtsrats-Vorsitzender Pipa betonte, dass die Kreiswerke sich für die Zukunft auf möglichst breite Füße stellen wollen. So können sie im Wettbewerb erfolgreich bleiben. Der Aufsichtsrat habe diesen Schritt begrüßt.

Kreiswerke Main-Kinzig: Angebot aus einer Hand

Um den Kunden ein möglichst günstiges Angebot unterbreiten zu können, setzt der heimische Anbieter in der Startphase auf Kooperation mit einem erfahrenen Partner. Das Gas-Angebot wird zunächst mithilfe eines Dienstleisters abgewickelt. „Für die Kunden sind wir als Kreiswerke Main-Kinzig natürlich der erste Ansprechpartner", unterstrich Schneider. Bei der Abwicklung setze man jedoch zunächst auf die neue strategische Partnerschaft. Sobald sich ein ausreichend großer Kunden-Stamm gebildet habe, sei jedoch geplant, die neuen Gas- Kunden komplett über das eigene Unternehmen abzudecken.

Mehr über die Kreiswerke Main-Kinzig

„Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen dank ihrer Kenntnisse des Strom-Marktes schon heute über das notwendige Wissen. Die Kreiswerke sehen gute Chancen für den bundesweiten Gas-Online-Vertrieb", machte Schneider deutlich Gestartet wird mit der Belieferung ab 1. Januar 2012 im Gebiet des Main-Kinzig-Kreises sowie in weiteren ausgewählten Gebieten. „Alle notwendigen Vorbereitungen sind abgeschlossen", berichtete Geschäftsführer Bernd Schneider. Interessierte Kunden können sich heute bereits auf der Internetseite der Kreiswerke unter www.kreiswerke-main-kinzig.de informieren und für den Gas-Tarif anmelden. Informationen über die Tarife werden in den kommenden Tagen bei den bekannten Verbraucherportalen und auf der Internetseite der Kreiswerke unter www.kreiswerke-main-kinzig.de eingestellt.

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