Main-Kinzig-Kreis | 27.06.2011

Kraftwerk Staudinger, Bild: Eon
Die Bürgerinitiative Stopp Staudinger kritisiert den Energiekonzern. Anders als von Eon angekündigt wird der Strom aus dem Kohlekraftwerk nicht benötigt, um einem Blackout in Folge der Energiewende zu verhindern.
Der Energiekonzern Eon hatte angekündigt, mit dem Kohlekraftwerk Staudinger den Strommangel in Folge der Energiewende zu kompensieren. Die Blöcke des Kohlekraftwerks sollten unter Volldampf laufen. Jetzt stellte sich heraus, dass dies nicht der Fall war. Die Bürgerinitiative kritisierte Eon jetzt für seine „Ammenmärchen“ und verlangt das Aus des Kohlekraftwerks. Sein Strom würde nämlich gar nicht gebraucht.
Zahlen lügen nicht
Die Bürgerinitiative Stopp Staudinger entnimmt die Information über das Kohlekraftwerk Staudinger der Leistungsstatistik für den Zeitraum vom 9. April bis zum 3. Mai. Obwohl mitunter nur vier der 17 deutschen Atomkraftwerke am Netz gewesen seien, habe Eon seine Großkrotzenburger Anlage nur zu höchstens 25 Prozent ausgelastet. Das erklärte der Sprecher der Bürgerinitiative, Winfried Schwab-Posselt.
Eon und das Kohlekraftwerk Staudinger
Mitglieder der Bürgerinitiative hätten vergangene Woche beim Regierungspräsidium Darmstadt Akteneinsicht genommen. Das Fazit ist klar: „Von den rund 1700 Megawatt Kapazität der Staudinger-Blöcke 1, 3, 4 und 5 wurde lediglich ein Viertel benötigt.“ Laut Bürgerinitiative war der 500 Megawatt-Block 5 des Kohlekraftwerks Staudinger im Schnitt mit etwa 300 bis 350 Megawatt an 21 Tagen am Netz. Block 1 wurde im beobachteten Zeitraum nur an sechs Tagen, Block 3 an sieben Tagen hochgefahren. Der Gasblock 4 des Kohlekraftwerks Staudinger ging in diesen vier Wochen überhaupt nicht in Betrieb.
Ammenmärchen über das Kohlekraftwerk Staudinger?
Schwab-Posselt: „Die Behauptungen von Eon, als Kompensation für den fehlenden Atomstrom würden die Kohleblöcke bei Staudinger mit Volldampf betrieben, entpuppen sich als Ammenmärchen.“ Staudinger-Strom werde nicht benötigt. Auch ohne den geplanten Kohleblock Staudinger 6 sei kein Blackout der Stromnetze zu befürchten. Mithin, so fügt der BI-Sprecher hinzu, genügten als Brückentechnologie zum Umbau der Stromversorgung einige neue hocheffiziente Gaskraftwerke. Auch der Wegfall überalterter Kohleblöcke bei Staudinger wäre auf diese Weise zu kompensieren. Einerseits könnte der Gasblock 4 höher gefahren werden, andererseits könnte Eon für den Bau moderner Gas-Kombi-Kraftwerke sogar mit kommunaler Unterstützung rechnen. Die Stadt Hanau und der Main-Kinzig-Kreis stellten dafür Areale in Aussicht.
Eon widerspricht
Die Staudinger-Pressesprecherin Julia Katzenbach-Trosch widerspricht: „Der Grundlast-Block 5 lief in letzter Zeit eigentlich immer.“ Es sei auch zu verspüren, dass das Kraftwerk stärker gefragt sei. Deshalb sei auch die für Mai geplante Revision von Block 5 verschoben worden. „Der Netzbetreiber hat uns mit Blick auf die Netzstabilität darum gebeten.“
Hamburger Speditions Geselllschaft Müller & Co. GmbH
Wir haben alles, was Sie von einer modernen Fachspedition erwarten:
Die Flotte - Den Laderaum - Die Mannschaft - Unsere Erfahrung