Mainz / M. Bingen | 15.06.2011

Neues Logo für den Drogerie-Markt Schlecker
Die größte deutsche Drogeriemarktkette Schlecker plant, im Zuge der Neustrukturierung des Konzerns an die zehn Prozent seiner mehr als 8.000 Filialen in Deutschland zu schließen.
Das Drogerie-Unternehmen Schlecker plant in Deutschland rund zehn Prozent seiner circa 8.000 Filialen zu schließen. "Es werden wohl 500 bis 800 sein", erklärte Lars Schlecker, der Sohn des Firmengründers Anton Schlecker, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Das erfordere die Restrukturierung des Unternehmens. "Aber ab 2012, wenn der Umbau fertig ist, wollen wir wieder wachsen." Ver.di fürchtet unterdessen, dass viele Schlecker-Angestellte keine neue Arbeit finden und in die Arbeitslosigkeit fallen.
Wird Schlecker bald von Konkurrent dm verdrängt?
Lars Schlecker räumte ein, dass die Drogerie-Kette Schlecker schon die letzten drei Jahre über Verluste gemacht habe. Auch räumte der Schlecker-Erbe ein, dass Schlecker was den Umsatz angeht, bald von dem viel kleineren Konkurrenten dm überholt werden könnte. "Es kann schon sein, dass wir mal ein Jahr auf die Nummer 2 zurückfallen", sagte Schlecker. "Aber wer uns kennt, weiß, wir werden wieder angreifen. Die renovierten Schlecker-Filialen verzeichnen dauerhaft ein Umsatzplus von 20 bis 30 Prozent."
Mit 230 Millionen Euro gegen den schlechten Ruf
Seit einem halben Jahr rüstet Schlecker bereits seine Filialen um. Rund 230 Millionen Euro lässt sich die Drogerie-Kette Schlecker das kosten. Dringend nötig, denken viele. Schlecker kämpft mit den Millionen-Investitionen vor allem gegen sein schlechtes Image bei den Kunden. Bislang seien rund 60 Märkte modernisiert worden, so Lars Schlecker. Aber bis Jahresende wolle man noch 400 schaffen. "Wenn das neue System erst eingespielt ist, bauen wir im Jahr 1.500 Schlecker-Filialen um."
Schlecker: Ende der Angstkultur
Schlecker kündigte an, dass die Zeit versteckter Kameras und Dumping-Löhne im Unternehmen vorbei sei. "Bei Schlecker hatte sich langsam eine Angstkultur eingeschlichen", sagte der 39-Jährige Lars Schlecker. Jetzt trete er persönlich in Führungskräfte-Seminaren auf und werbe für einen sozialen Umgang mit den Angestellten. "Ich habe klargestellt, dass Abmahnungen kein Mittel zur Personal-Entwicklung sind."
Werbekampagne mit Schlecker-Angestellten
Man plane, auch die Mitarbeiter in eine Werbekampagne einzubeziehen. "Ab 2012, wenn der Umbau fertig ist, wird keiner mehr über den alten Schlecker sprechen," so Lars Schlecker.
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