MTK / HG | 17.10.2011
Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen engagieren sich für eine Berufsausbildung in China nach deutschen Standards. Zusammen mit der GIZ haben sie eine Allianz geschlossen.
China ist einer der größten Wachstumsmärkte für die Automobilindustrie. Bisher mangelt es in den Werkstätten und Betrieben jedoch an gut ausgebildeten Fachkräften, um dieses Wachstum zu stützen. Dies gilt insbesondere bei der Wartung von Fahrzeugen, die mit neuesten Technologien ausgestattet sind.
Audi, BMW, Daimler, Porsche & VW: Allianz für bessere Ausbildung
Mit einer Berufsausbildung nach deutschem Qualitätsstandard sollen chinesische Kfz-Mechatroniker nun für diese Anforderungen fit gemacht werden. Dafür haben sich fünf deutsche Automobilhersteller, Audi, BMW, Daimler, Porsche und Volkswagen zusammengeschlossen. Gemeinsam mit dem Bildungsministerium der Volksrepublik China und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH haben sie eine Allianz zusammengeschlossen. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung koordiniert die GIZ dabei die Projektaktivitäten.
Einheitliche Ausbildung für Kfz-Mechatroniker
Es ist das Ziel der Kooperation, eine einheitliche theoretische und praktische Ausbildung für Kfz-Mechatroniker zu entwickeln. Zur Vorbereitung wurden dafür seit Herbst 2010 sowohl erste Partnerschulen ausgewählt und Unterrichtsinhalte definiert als auch Lehrer weitergebildet und Arbeitsmaterialen erstellt. Für den Ausbildungsjahrgang 2011/2012 läuft das Projekt jetzt mit 150 Schülern an fünf Schulen in Modellklassen an – für jede Schule hat ein Automobilhersteller die Patenschaft übernommen.
Deutsche Automobilhersteller helfen mit Know-How
Die deutschen Hersteller bringen ihr Fachwissen in die Allianz ein, um die Berufsausbildung gemeinsam mit dem chinesischen Bildungsministerium an den Anforderungen des Marktes auszurichten. So findet die dreijährige Kfz-Mechatroniker-Lehre in kleinen Klassen statt und ist stark auf die Praxis ausgerichtet. Das dritte Jahr verbringen die Lehrlinge zum Beispiel überwiegend in einem Fachbetrieb. „In den Ausbildungswerkstätten wird das theoretische Wissen unmittelbar umgesetzt“, sagt Torsten Klavs, Mitarbeiter der Porsche AG und Sprecher der Automobilhersteller im Projekt. „Die Schüler arbeiten dabei von Anfang an mit simulierten Kundenaufträgen von der Wartung bis zur komplexen Diagnose.“
Automobilhersteller investieren in Ausbildung
Das chinesische Bildungsministerium unterstützt die Schulen dabei, die Ausbildung einheitlich zu gestalten. Dabei stellt es auch sicher, dass die Lehrinhalte kontinuierlich aktualisiert und auch von anderen Ausbildungseinrichtungen im Land genutzt werden. Parallel dazu investieren die Partner in die Fortbildung von Lehrern, denn letztlich sichern sie die gute Qualifikation der Lehrlinge. Bis 2013 sollen 25 Schulen in das Gemeinschaftsvorhaben integriert und ein landesweiter Standard etabliert sein.
Vorbild für weitere Kooperationen
Ein Erfolg der Kooperation zeichnet sich bereits ab - das Konzept könnte als Vorbild für weitere Kooperationen in anderen Berufsbildern und Branchen dienen. Auch Sabine Trommershäuser, die Projektleiterin der GIZ in China, ist zufrieden „Erst das Vertrauen aus 30 Jahren gewachsener Beziehung zwischen chinesischen Institutionen und der GIZ und die Erfahrungen aus internationalen Bildungsprojekten machen dieses Projekt möglich. Wir können das Ministerium zu Fragen der Berufsbildungs- und Strukturreform in China beraten und dies durch die gute Zusammenarbeit mit den Herstellern auf technisch höchstem Standard tun.“
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist ein weltweit tätiges Bundesunternehmen. Sie unterstützt die Bundesregierung in der internationalen Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung und in der internationalen Bildungsarbeit. Die GIZ trägt dazu bei, dass Menschen und Gesellschaften eigene Perspektiven entwickeln und ihre Lebensbedingungen verbessern.
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