Wiesbaden / Rheingau | 27.08.2010

Arbeitgeberverband HessenChemie
Am kommenden Montag eröffnen der Arbeitgeberverband HessenChemie und die
Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie Hessen-Thüringen (IG
BCE) die Tarifverhandlungen für 39 Unternehmen der
kunststoffverarbeitenden Industrie (KVI) in Hessen.
In diesen Unternehmen sind etwa 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.
In den Verhandlungen wird es um eine Erhöhung der Tariflöhne und der
Ausbildungsvergütungen gehen. Die Arbeitgeber warnen bereits vor Beginn
der Gespräche, den Aufschwung jetzt nicht durch hohe Forderungen zu
belasten. Die KVI-Industrie in Hessen sei sehr stark von der
Wirtschaftskrise betroffen gewesen. Sie verzeichnete 2009 einen
Umsatzeinbruch von 13,7 Prozent. Die Produktivität ist im vergangenen
Jahr auf 86 Prozent des Vorkrisenniveaus eingebrochen. "Das war für
viele Unternehmen ein verlorenes Jahr", erklärt Axel Schack,
Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes.
Zwar sei man jetzt auf einem Weg der Besserung, Risiken für eine
Aufwärtsentwicklung seien aber unverkennbar vorhanden. Vor allem die
Preissteigerungen bei Rohstoffen und Energie belasten die Unternehmen
stark. Damit stehen die Erträge weiter unter Druck. Mit einer Rückkehr
zum Vorkrisenniveau rechnet man in vielen Unternehmen laut einer
Verbandsumfrage erst 2011 oder später.
Belastungen für Aufwärtstrend vermeiden
Die Arbeitgeber erwarten von der Gewerkschaft eine realistische
Betrachtung der Branchenlage. Eine Übertragung von Abschlüssen aus
anderen Bundesländern sei nicht möglich: "Der Abschluss muss die
Konjunkturrisiken und die spezifische Lage der KVI in Hessen
berücksichtigen", erklärt Schack.
Die Lohnstückkosten seien durch die geringere Produktion 2009 bereits um
13 Prozent gestiegen. Die Beschäftigungszahlen konnten durch eine große
Kraftanstrengung weitgehend gehalten werden. Trotz der Krise haben die
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Jahren 2008 und 2009 einen
deutlichen Lohnzuwachs von 7,7 Prozent erhalten. "Jetzt dürfen die
Unternehmen dieser mittelständischen Branche nicht überfordert werden",
macht Schack deutlich.
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